Blog

14. November 2021 – Rubrik: Aus dem Leben
Alte Werte in einer neuen Welt

Stellt euch das mal vor: Ich vergesse am Mittwoch mein Portemonnaie im Coop (vermutlich an der self-scanning Kasse oder vielleicht sogar im Einkaufswagen). Seither sind einige Dinge passiert, die mich zum Nachdenken brachten.

Mein Protokoll mit Fazit:

    1. Ich verliere mein Portemonnaie am Mittwochmorgen, bemerkte es aber erst am Freitag (!)
    2. Das Fehlen fällt mir auf in einem kleinen, lokalen Geschäft, das Twint (noch) nicht unterstützt. Die netten Leute entschuldigen sich deswegen verlegen.
    3. Die junge Verkäuferin an der Kasse bietet mir an, meine Rechnung mit ihrer Kreditkarte zu begleichen. Ich könne ihr das Guthaben im Gegenzug via Twint überweisen. Das Angebot nehme ich dankbar an.
    4. Am Freitagabend durchsuche ich mein Zuhause recht entspannt nach meinem Portemonnaie, ich nehme an, dass es irgendwo rumliegt. Ist nicht der Fall.
    5. Ich vermute dann, dass es im Fitnessraum des Sportclubs liegengeblieben sein könnte. Die Hypothese bestätigt sich am Samstagmorgen nicht. Ich werde langsam nervös.
    6. Ich recherchiere im Mobile Banking, dass ich es im Coop zuletzt in den Händen hielt. Ich befürchte dann, dass ich nicht mehr wiedersehen werde. Bankkarten, ID, Ausweise – alles futsch.
    7. Ich bin dennoch froh, dass mein Portemonnaie weg ist – und nicht mein Handy!
    8. Ich rufe einfach mal bei Coop an. Und tatsächlich: der Mitarbeiter bestätigt mir freundlich, dass mein Portemonnaie bei ihnen liegt und sie es sogleich für mich an Kasse 1 deponieren würden. Ich bin beruhigt, aber auch etwas verwundert, dass die Leute bei Coop offensichtlich nicht ins Portemonnaie geschaut haben. Im Münzfach lagen schliesslich ein paar Visitenkarten mit meiner Telefonnummer. Sie hätten mich einfach anrufen können.
    9. Das Portemonnaie ist zurück. Es fehlt nichts.
    10. Ich bin dankbar, erleichtert und erstaunt.

 

Wir leben in einer Welt, in der sich unser Alltagsverhalten gerade grundlegend ändert. Dass dabei Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Rücksicht und ja, auch Schusseligkeit dennoch Platz finden, stimmt mich zuversichtlich.

1. November 2021 – Tagesanzeiger
Infoflut dank digitaler Tools am Arbeitsplatz

Auszug aus dem Artikel: «Mails erhalten wir fast nur von extern – von Kunden oder von Geschäftspartnern», sagt Marketingchef Urs Bucher. Stattdessen müssen sich die rund 700 Mitarbeitenden durch eine Slack-Flut kämpfen. Innert 30 Tagen wurden bei Netcentric 775’997 Slack-Nachrichten verschickt – das macht 36 Messages täglich pro Person.» 

Es liegt auf der Hand, dass hier die Effizienz der Arbeit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden Schaden nimmt. Es freut mich, dass Tages-Anzeiger Redaktorin Edith Hollenstein dieses wichtige Thema aufgreift. Sie stellt die Frage, wie digitale Tools die Kommunikation am Arbeitsplatz verändern. Sie zeigt kritisch auf, wie Firmen die Tools nutzen. Kommunikationsexpertin Katharina Krämer und ich geben Auskunft aus unseren jeweiligen Fachgebieten. Wir sind uns einig, die Tools alleine sind zunächst einmal nur Insturmente, die Frage ist, wie sie bespielt werden. Die Nutzung der Tools und die damit verbundenen Erwartungen an die Mitarbeitenden ist zunächst einmal eine Frage der Job Description, des Arbeitsrechts, der Kommunikationskultur und der Selbstführung. 

Ein gesunder Umgang mit diesen 24/7-Tools erfordern explizite Vereinbarungen über Möglichkeiten und Grenzen. Entscheidend dabei ist, dass Führungspersonen als Vorbilder vorangehen und diese Vereinbarungen vorleben, so dass sie in die Kultur des Unternehmens eingehen. 

Link zum Artikel (nur für TA-Abonnenten):

https://www.tagesanzeiger.ch/wie-der-chatdienst-slack-die-arbeitswelt-beschleunigt-117616998020

30. Oktober 2021 – Rubrik: Aus dem Leben
Feeback benötigt einen stabilen Boden

Ich habe heute ein ziemlich gutes Feedback gekriegt. Und damit meine ich nicht etwa ein Kompliment. Also ehrlich gesagt, war es eher eine saftige Kritik. Und die war berechtigt.

Mein Team und ich sind das (zugegeben überschaubare) Risiko eingegangen, in einem kleineren Format eine neuere Präsentationsform zu testen. Wir haben anstelle der gewohnten PPt ein online Whiteboard genutzt. Es kam, wie es kommen musste: Die Technik versagte und wir waren schlicht zu wenig gut vorbereitet, um das kompensieren zu können. Kurzum, wir haben keine besonders gute Falle gemacht.

Das Feedback der Kollegin war sowohl inhaltlich wie kommunikativ korrekt. Dennoch hab ich innerlich gespürt, wie in mir der Reflex aufstieg, wütend zu werden und die Kritik von mir zu weisen. Bloss weg mit dem Sündenbock, der Verlegenheit, der Scham… Ich hab dann stattdessen tief durchgeatmet und mich bedankt.

Es dauerte eine Weile, bis ich Wut, Scham und Schuldgefühle loslassen konnte und der Lernprozess einsetzte. Mein Learning war, gerade bei Präsentationen die Zielgruppe in den Fokus zu stellen und eben nicht die eigenen Experimentierbedürfnisse. Mein noch fast wichtigestes Learning aber war, dass Lernen erst dann möglich wird, wenn die Emotionen sich gesetzt haben. Scham, Wut und Angst sind keine guten Lernbegleiterinnen.

Mein kleines Erlebnis zeigt einmal mehr: Lernkulturen brauchen psychologisch sichere Räume. Feedback braucht einen festen Boden, eine stabile Beziehung, damit ein Lernprozess daraus hervorgehen kann. Ich hab heute etwas gewankt, habe die Kurve aber noch gekriegt.

14. März 2021 – Alpha-Stellenmarkt
Selbstführung, eine Kompetenz der Zukunft

Zeitungsartikel

Vielen Dank Stefan Krucker für das super Interview im Alpha-Stellenmarkt. Das Thema Selbstführung erhält damit die Aufmerksamkeit, das es verdient. Wir können als Führungskräft oder Mitarbeitende nicht wirksam sein, wenn wir uns nicht selbst führen können. Selbstführung kann geübt werden. Mit meinem Projektteam der Fachgruppe Organisationsentwicklung und -beratung der ZHAW haben wir eine Intervention entwickelt, die ganz einfach einsetzbar ist und zur freien Verfügung steht. Hier geht es zu unserer Übung

27. März 2021 – St. Galler Tagblatt
Co-Creation-Workshop für ein Kinderbuch

Vielen Dank Diana Bula-Hagmann für den tollen Artikel im St.Galler Tagblatt und vielen Dank an Anja Müggler für die Berichterstattung auf TVO. Unser Co-Creation-Event für die erste St.Galler Glücksgeschichte war ein riesen Erfolg. Unsere Teilnehmerinnen hatten einen humorvollen, ja glücklichen Abend, an dem sie Ideen und Freundschaften entwickeln konnten. Eine wirklich glückliche Koinzidenz. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit meiner Projektpartnerin Janine Goldiger und den beteiligten Müttern. Unser Ziel ist es, bis Advent 2021 ein Kinderbuch auf den Markt zu bringen, dessen Kernthema «Glücklichsein» ist. Das wäre doch ein tolles Weihnachtsgeschenk? Hier finden Sie weitere Informationen. Das Thema Glück kommt aktuell gerne zu kurz. Dabei sind Wohlbefinden, Zufriedenheit und stabile Beziehungen der Motor für Erfolg, Innovation oder Weiterentwicklung – am Arbeitsplatz wie im Privaten.